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Thomas Müntzer in Frose

Foto: K. Engmann Sein Lebensweg ist häufig nur im Konjunktiv zu beschreiben. Dies beginnt bereits mit seiner Geburt. Sein Vater gehörte wahrscheinlich zur Gilde der Handwerker. Die Mutter stammte aus Quedlinburg. Das Geburtsjahr selbst kann nur auf Grund mittelbarer Schriftstücke für das Jahr 1489 geschlussfolgert werden. Eine weitere Annäherung auf eine Jahreszeit oder einen Monat ist bis zum heutigen Tag unbekannt.

Thomas Müntzer gehörte zu dem Kreis der Reformatoren, die zu Beginn des 16.Jh. die Welt veränderten.

Über die Hintergründe für das Erscheinen Thomas Müntzers in Frose gibt es keine belastbaren Informationen oder Hinweise.
Fakt ist, dass er hier ab 1515 bis 1517 als Propst am Cyriakusaltar der hiesigen Stiftskirche dotiert war.
Des Weiteren unterhielt er hier ein Knabenkonvikt, das mit Braunschweiger Bürgersöhnen besetzt war. Zu dieser Stadt hatte er eine feste Verbindung und erhielt von dort, wie auch aus Halberstadt, materielle Unterstützung wie ein vorliegender Brief belegt.
Die Einrichtung eines Knabenkoviktes war auf Grund des Leerstandes des Stiftes Frose seit 1511 sowie seiner Funktionsgebäude (Schule) möglich.
Das alles wäre aber ohne die aktive Beförderung durch die Äbtissin Elisabeth von Weida des Mutterstiftes Gernrode nicht möglich gewesen.
Müntzers Hauptwerk die deutsche Liturgie, die er 1521 in Allstedt erstmals hielt, ist möglicherweise zu großen Teilen in Frose entstanden.
Sein Leben wurde ihm in den Wirren des Bauernkrieges durch Enthauptung am 27. Mai 1525 in Mühlhausen auf dem Schafott genommen.
Sein Werk, die deutsche Liturgie aber fand Einzug in die reformierten Kirchen, ohne auf seine Person Bezug zu nehmen.
Im Frühsommer des Jahres 1987 erhielt die Verwaltung der Gemeinde Frose Kenntnis über die Bildung des Zentralen Arbeitskreises „Thomas Müntzer“ beim Kulturbund der DDR.
Diese Bekanntgabe war mit der Aufforderung zur Mitarbeit, bezüglich der Tatsache , dass Th. Müntzer Propst an der Stiftskirche in Frose war, verbunden.
Bei der ersten Zusammenkunft in Berlin unter Leitung des Prof. G. Brendler wurde für Frose aufgrund seiner geringen Bekanntheit ein Lokaltermin zum 08.Dez. 1988 festgelegt.
Das Organisationsbüro war von der Architektur der Stiftskirche sehr beeindruckt, so dass nach Abschluss der Vorträge und Beratungen eine Tagung des Zentralen Arbeitskreises terminiert wurde.
Diese fand am 02. Juni 1989 unter Leitung des Prof. G. Brendler statt.
Das Hauptreferat hielt der Herr M. Kobuch aus Dresden.
Im Rahmen dieser Konferenz wurde auch die Wanderausstellung "500 Jahre Thomas Müntzer" in Frose gezeigt und eine Gedenkmedaille herausgegeben.
Den Abschluss der Müntzerehrungen bildete in Frose am 23. August 1989 die Einweihung einer Gedenktafel am Eingang der Stiftskirche.
Die Tafel weist die Jahre 1516 -1517 auf.
Der Brief an Müntzer in Frose und damit die Jahreszahl 1515 wurde erst mit der Einweihung bekannt.