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Mancher hat so liebe Müh mit..., so wußte es schon Wilhelm Busch!
Und nicht nur mit dem Federvieh.
Wie sag‘ ich‘s ? Wem sag‘ ich‘s ? Wie drücke ich es aus?
Germanistik eine Wissenschaft oder manchmal nur ein Graus?
In Hochdeutsch Mundart oder Platt?
Man jut wenn jech verstan.
Doch verstehen ist nicht unbedingt auch fein, und etwas Egopflege muß auch sein.
So ist auch klar, daß Aschersleben die Kreisstadt ist und war.
Nur Mutter
sachte immer Asserschlem, das war wohl so bequem.
Jetzt selber groß geworden und zwei Kinder schon bekommen,
wollte sie auch ein Vorbild sein, ab sofort galt hochdeutsch und das rein.
Ohne üben wart dat nischt.
Also war sie allein, sprach sie fein so leise vor sich hin und hoffte im Stillen auf Gewinn.
Der Weg zum Bahnhof war recht weit - zum üben die Gelegenheit:
„Eine Fahrkarte nach Aschersleben, bitte!
Nach Aschersleben, bitte!............... Nach Aschersleben, bitte!“
Am Bahnhof angekommen, war sie von ihrer Rederei fast benommen.
Vor dem Schalter stand sie nun, um das Richtige zu tuen:
„Eine Fahrkarte nach Asser .... nach Ass ...“
Der Hals ward dick, der Blutdruck stieg, der Kopf war leer und nun ging überhaupt nichts mehr.
Als die Panik sie erfaßte, griff sie nach dem nächsten „Aste“.
„Eine Fahrkarte in die Kreisstadt, bitte“,
entwich dem Mund, wie war sie froh, und wie Vielen ging es auch schon so!?