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Die See nach dem Jahre 1446

Die geografische Rekonstruktion zeigt außer den damals existierenden Orten und Vorwerken,
vor allem den auf Weisung des Bischofs von Halberstadt 1446 angelegten See.
Durch die Stauung der Bode und dem damit verbundenen Rückstau der Selke trat diese über die Ufer und flutete den Bruch zwischen Aschersleben und Gatersleben.
Dieses Gebiet war bereits vor mehr als 10000 Jahren ein See, der aber über die Jahrhunderte verlandete.
Während dieses Prozesses entstand teilweise eine mehrere Meter starke Torfschicht.
Mit der Flutung des Jahres 1446 wurden auch Nutzflächen des Damenstiftes der Landwirtschaft entzogen.
Dieser Schaden soll, so die gängige Meinung, zu dem dokumentierten 30jährigen Rechtsstreit geführt haben.
Eine weitere Ursache ist in dem Verlust der bereits im Mittelalter existenten Torfstiche zu sehen.
Dies hatte mit Sicherheit eher den wirtschaftlichen Verlust zur Folge, der den Rechtsstreit und die spätere Aufgabe des Stiftes auslöste.
1510 endete der Prozess unter dem Vorsitz eines päpstlichen Kommissars mit einem Vergleich.
In diesem wurde festgelegt und ausgeführt:
Das Stift erhielt einmalig 3000 Gulden und zwei Zentner Hecht oder den Geldwert
(je Zentner 4 Gulden) jährlich.
Im Gegenzug verzichtet das Stift auf alle Rechte, Ansprüche und der erlittenen Schäden einschließlich derer ihrer Untertan.
Bis zu dieser Zeit war der See auf eine Gesamtfläche von ca. 2450ha angewachsen.
Auf Grund seiner geringen Tiefe besaß er eine breite Uferzone und eine Reihe von Inseln.
Die freie Wasserfläche verringerte sich dadurch auf eine Größenordnung von etwa 1170ha.
Die Uferzone kennzeichnete ein starker Schilfbewuchs.
Der See wurde intensiv genutzt, das verdeutlichen die Anzahl von Benennungen einzelner
Bereiche des See'.
Für den Betrachter gilt zu beachten:
-- Nachertstedt ist die alte Ortslage bis in die erste Hälfte des 20. Jh.
-- Harxdorf wurde zu Beginn des 18. Jh. beachtlich erweitert und in (Alt)Königsaue umbenannt.
-- Das Gleiche gilt für Brunsdorf - Heute Friedrichsaue.
-- Habbendorf, Has(s)eldorf, Klein-Wilsleben, Börnecke, Erxleben sowie Klein-Frose
   sind heute wüst.